Storytelling funktioniert. Nur nicht für jeden.

„Erzähle mehr Geschichten." Das war jahrelang mein Standard-Ratschlag in Auftrittstrainings.

Bis ich vor einer Gruppe von Ingenieuren stand.

Ich sprach in Bildern. Baute Spannungsbögen auf. Liess die Dramaturgie wirken. Und blickte in Gesichter, die höflich interessiert wirkten, aber längst ausgestiegen waren. 

Was ich übersehen habe: Dieses Publikum suchte keine Heldenreise. Es wollte Evidenz. Ich hatte kommuniziert, wie ich es mag, eben mit Geschichten. Aber nicht alle Menschen springen darauf an.

Persönlichkeitsmodelle unterscheiden grob drei Kommunikationstypen:

Der sachlich-analytische Ergebnistyp

Scannt nach Logik, Struktur und Resultaten und stellt Fakten über Emotionen. Deine Story? Höchstens das Beweismittel, nicht der Kern. Entscheidungen trifft er anhand objektiver Fakten, nicht wegen einem Bauchgefühl.

→ Komm direkt zum Punkt, auch in heiklen Themen.

→ Liefere Fakten statt blumige Adjektive.

Der beziehungsorientierte Harmonie-Typ

Hört nicht nur, was du sagst, er will spüren, dass er Dir vertrauen kann. Ihn überzeugst Du wenn deine Geschichte Empathie und ein ähnliches Wertesystem demonstriert.

→ Empathie schlägt Effizienz.

→ Äussere Kritik behutsam.

→ Schaffe Sicherheit, gib Zeit für Entscheidungen.

 

Der enthusiastische Ideen-Typ

Begeistert sich schnell für Visionen und grosse Ideen. Er denkt in Möglichkeiten, nicht in Prozessen. Abwechslung und spontane Einschübe sind willkommen, solange sie unterhalten.

→ Zeige das grosse Ganze.

→ Halte die Energie hoch.

→ Lass Raum für Kreativität und vergiss Checklisten oder zu viele Details.

Die beste Geschichte bringt nichts, im falschen Setting. Erfolgreiche Führungskommunikation heisst deshalb vor allem passende Formate finden, mit oder ohne Geschichten.

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Close-Up vs. Totale