Nur 12 Minuten?

Der gebuchte Keynote-Speaker blickt mich im Briefing leicht ungläubig an. Bei der letzten Ausgabe hätten die Redner noch 25 Minuten Sprechzeit gehabt, erfahre ich.

Nun, ich mache die Regeln nicht, als Moderator vertrete ich sie bloss. Aber mir fällt ebenfalls auf: Die Redezeit auf Bühnen wird kürzer, gleichzeitig steigen die Ansprüche.

Und das verändert, was eine gute Keynote ausmacht:

Moderator steht auf der Bühne, helles Licht, dunkler Hintergrund

1/ Weniger „Sage on the Stage“, mehr „Guide on the Side“: Fachliche Expertise bleibt die Voraussetzung, aber ist längst nicht mehr der Grund warum jemand gebucht wird. Entscheidender ist Vertrauen. Perfekte glattgebügelte Präsentationen verlieren an Wert. Persönlichkeit und ein authentischer Umgang mit Schwächen und Fehlern gewinnt.

2/ Weniger Monolog an der Spitze, mehr Dialog auf den Sitzen: Fireside-Chats, Interviews, Q&As, nehmen zu. Das Publikum will nicht nur zuhören, sondern mitreden, nachfragen und widersprechen. Fachwissen wird in Echtzeit auf Anwendbarkeit und Praxisnutzen gechallengt.

3/ Weniger Statistiken, mehr Storys: „Do epic s*** and talk about it“ von Alex Hormozi bringt diese Entwicklung auf den Punkt. Gefragt sind besondere Lebensgeschichten, verrückte Leistungen und persönliche Erfahrungen. Weil Geschichten Emotionen wecken, unterhalten und in Erinnerung bleiben.

Es geht immer weniger darum, was du weisst und immer mehr darum, wofür du auf der Bühne stehst.

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An welche 10% soll sich dein Publikum erinnern?