Bereit für die Bühne? Bin ich eigentlich nie.
Es gäbe immer noch etwas zu optimieren, noch an Details zu feilen.
Aber Bereitsein ist keine Frage der Vorbereitung. Sondern eine Entscheidung.
Kürzlich an der Meisterfeier 2026 von Suissetec ich mich entschieden: für genügend Schlaf, für Bewegung und wie immer dafür, meine Notizen 30 Minuten vor der Moderation wegzulegen. Denn wenn es losgeht, zählt nicht, was auf dem Papier steht, sondern was im Saal passiert.
Früher habe ich nächtelang vorbereitet und bis zur letzten Minute an Formulierungen gefeilt. Dabei habe ich die einfachsten Auftrittstipps missachtet, über die kaum jemand spricht:
1/ Schlaf schlägt spätes Lernen. Eine erholsame Nacht festig das Gelernte und verbessert den Abruf am nächsten Tag. Schlafmangel verschlechtert Wortfindung, Fokus und emotionale Kontrolle.
2/ Bewegung als Gehirn-Booster. Schon 20 Minuten zügiges Gehen erhöhen die Durchblutung des Gehirns, fördern die Kreativität und verbessern das Arbeitsgedächtnis.
3/ Denk-Pausen einplanen. Nach rund 90 Minuten Fokus braucht das Hirn echte Erholung. Ohne Smartphone, Scrollen ist keine Pause. Und: Das letzte Durchlesen kurz vor dem Auftritt blockiert oft mehr, als es nützt, weil es kognitive Ressourcen bindet, statt Reserven zu bilden.
4/ Atmung gegen Stress. Langsames Atmen mit verlängerter Ausatmung aktiviert den Parasympathikus. Herzfrequenz und Anspannung sinken. Klares Denken bleibt auch unter Druck leichter möglich.
5/ Flüssigkeit und Ernährung. Schon eine leichte Dehydrierung beeinträchtigt Konzentration und Reaktionszeit. Schnelle Kohlenhydrate führen häufig zu. einem späteren Konzentrationstief. Konstante Energie liefern Nüsse oder Vollkornprodukte.
Bereitsein beginnt immer mit der Entscheidung, den Fokus vom Manuskript auf den Moment zu legen.
PS: Ich bereite mich übrigens trotzdem akribisch auf jede einzelne Moderation vor, nur halt nicht in der Nacht vorher.